Wie eine Schnarchschiene wirkt
Beim Schlafen entspannt sich die Muskulatur im Mund- und Rachenraum. Dadurch können Unterkiefer, Zunge und umliegende Weichgewebe weiter nach hinten gelangen und den verfügbaren Raum in den oberen Atemwegen verengen. Die vorbeiströmende Atemluft kann das erschlaffte Gewebe in Schwingung versetzen – das typische Schnarchgeräusch entsteht.
Eine individuell angepasste Schnarchschiene kann diesem Mechanismus entgegenwirken. Medizinisch handelt es sich um eine Unterkieferprotrusionsschiene (UKPS). Sie hält den Unterkiefer während des Schlafs in einer leicht nach vorne verlagerten Position. Dadurch können auch Zunge und angrenzende Strukturen weiter vorne gehalten werden, sodass im Rachenraum mehr Platz für die Atemluft bleibt.
Bei geeigneten Patienten kann eine Schnarchschiene auf diese Weise Schnarchgeräusche deutlich reduzieren und die nächtliche Atmung verbessern. Entscheidend ist jedoch, dass die Schiene individuell an Zähne, Kiefer, Bisssituation und Beweglichkeit des Unterkiefers angepasst wird. Eine einfache vorgefertigte Standardschiene ist daher nicht mit einer zahnärztlich angepassten Unterkieferprotrusionsschiene vergleichbar.
In unserer Zahnarztpraxis in Würzburg prüfen wir zunächst, ob die zahnmedizinischen Voraussetzungen für eine Schnarchschiene gegeben sind. Dabei beurteilen wir unter anderem Zähne und Zahnhalteapparat, Bisssituation, Kiefergelenke und die mögliche Vorschubbewegung des Unterkiefers. Anschließend kann die Schnarchschiene individuell angefertigt und ihre Position schrittweise eingestellt werden.
Wichtig: Einfaches Schnarchen und eine obstruktive Schlafapnoe sind nicht dasselbe. Bestehen Hinweise auf nächtliche Atemaussetzer oder eine Schlafapnoe, sollte vor beziehungsweise begleitend zur Versorgung eine ärztliche oder schlafmedizinische Abklärung erfolgen. Für die Behandlung einer diagnostizierten obstruktiven Schlafapnoe ist die Unterkieferprotrusionsschiene auch in den entsprechenden G-BA-Regelungen vorgesehen.
Schnarchen oder Schlafapnoe – was ist der Unterschied?
Viele Patienten kommen zunächst mit einer ganz einfachen Frage zu uns: Kann eine Schnarchschiene bei mir helfen? Genau hier setzt die zahnärztliche Untersuchung an. Wir prüfen zunächst Zähne, Zahnhalteapparat, Bisssituation, Kiefergelenke und die Beweglichkeit des Unterkiefers. So lässt sich häufig schon gut einschätzen, ob eine individuell angepasste Schnarchschiene grundsätzlich sinnvoll und zahnmedizinisch umsetzbar ist.
Schnarchen entsteht häufig dadurch, dass sich die oberen Atemwege während des Schlafs verengen und Zunge sowie umliegende Weichgewebe weiter nach hinten gelangen. Eine Schnarchschiene, medizinisch Unterkieferprotrusionsschiene (UKPS), hält den Unterkiefer leicht nach vorne und kann dadurch dazu beitragen, den Rachenraum offener zu halten und Schnarchgeräusche zu reduzieren.
Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen einfachem Schnarchen und obstruktiver Schlafapnoe. Nicht jeder Mensch, der schnarcht, leidet automatisch an einer Schlafapnoe. Treten jedoch zusätzlich beobachtete Atemaussetzer, sehr unregelmäßiges oder extrem lautes Schnarchen, ausgeprägte Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme auf, sollte dies weiter abgeklärt werden.
Sie müssen deshalb aber nicht zuerst selbst entscheiden, welcher Facharzt zuständig ist. Wenn sich bei unserem Gespräch oder der zahnärztlichen Untersuchung Hinweise auf eine mögliche Schlafapnoe ergeben, empfehlen wir die passende ärztliche beziehungsweise schlafmedizinische Abklärung und stimmen das weitere Vorgehen mit Ihnen ab.
Bei einer bereits diagnostizierten obstruktiven Schlafapnoe kann eine individuell angepasste Unterkieferprotrusionsschiene bei geeigneten Patienten ebenfalls eingesetzt werden. In diesem Fall erfolgt die Behandlung interdisziplinär: Die medizinische Diagnose und Erfolgskontrolle liegen beim behandelnden Arzt beziehungsweise Schlafmediziner, während wir die zahnärztliche Untersuchung, Anfertigung, Einstellung und regelmäßige Kontrolle der Schnarchschiene übernehmen.
Unser Ziel ist dabei, den Weg für Sie möglichst unkompliziert zu halten: Sie können sich zunächst in unserer Zahnarztpraxis in Würzburg beraten lassen. Wenn eine weiterführende Abklärung erforderlich ist, begleiten wir Sie zum nächsten sinnvollen Schritt.
So läuft die Versorgung mit einer Schnarchschiene ab
Zunächst prüfen wir Ihre Zähne, den Zahnhalteapparat, die Bisssituation, die Kiefergelenke und die Beweglichkeit des Unterkiefers. So lässt sich einschätzen, ob eine individuell angepasste Schnarchschiene für Sie zahnmedizinisch geeignet ist.
Anschließend erfassen wir Ihre Zahn- und Kiefersituation und lassen die Schiene individuell anfertigen. Nach dem Einsetzen wird die Unterkieferposition schrittweise eingestellt, damit Wirkung und Tragekomfort möglichst gut miteinander vereinbar sind.
Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um Sitz, Funktion und mögliche Veränderungen an Zähnen, Biss oder Kiefergelenken zu überprüfen. Bei einer diagnostizierten Schlafapnoe erfolgt die medizinische Erfolgskontrolle in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt beziehungsweise Schlafmediziner.
Individuell angepasste Schnarchschienen mit SomnoMed®
In unserer Zahnarztpraxis in Würzburg arbeiten wir bei Schnarchschienen unter anderem mit Systemen von SomnoMed®.
Mit den individuell angefertigten Unterkieferprotrusionsschienen der SomnoDent®-Familie haben wir gute Erfahrungen gesammelt. Welche Schiene geeignet ist, entscheiden wir individuell nach Zahn- und Kiefersituation, Biss, Zahnhalteapparat und Beweglichkeit des Unterkiefers. Die Schnarchschiene wird so eingestellt, dass der Unterkiefer während des Schlafs leicht nach vorne geführt wird.
Ziel ist es, den Rachenraum offener zu halten und dabei eine gute Balance aus Wirkung und Tragekomfort zu erreichen. Sitz, Funktion und Einstellung der Schiene kontrollieren wir regelmäßig und passen sie bei Bedarf an.
Häufige Fragen zur Schnarchschiene in Würzburg (FAQ)
Was ist eine Schnarchschiene?
Eine Schnarchschiene ist eine individuell angepasste Zahnschiene, die den Unterkiefer während des Schlafs leicht nach vorne positioniert. Medizinisch wird sie als Unterkieferprotrusionsschiene (UKPS) bezeichnet. Dadurch kann der Rachenraum offener gehalten und Schnarchen reduziert werden.
Wie funktioniert eine Schnarchschiene?
Die Schnarchschiene hält den Unterkiefer in einer leicht vorgeschobenen Position. Dadurch können auch Zunge und umliegende Strukturen weiter vorne gehalten werden, sodass sich die oberen Atemwege während des Schlafs weniger stark verengen.
Für wen ist eine Schnarchschiene geeignet?
Eine Schnarchschiene kann für Patienten geeignet sein, die regelmäßig schnarchen und über ausreichend stabile Zähne und einen gesunden Zahnhalteapparat verfügen. Ob eine Schiene sinnvoll ist, prüfen wir anhand der Zahn-, Kiefer- und Bisssituation.
Ist Schnarchen harmlos oder kann es auf Schlafapnoe hinweisen?
Einfaches Schnarchen ist nicht automatisch gefährlich. Lautes, unregelmäßiges Schnarchen in Verbindung mit Atemaussetzern, ausgeprägter Tagesmüdigkeit oder morgendlichen Kopfschmerzen kann jedoch auf eine obstruktive Schlafapnoe hinweisen und sollte ärztlich beziehungsweise schlafmedizinisch abgeklärt werden.
Kann eine Schnarchschiene auch bei Schlafapnoe eingesetzt werden?
Ja. Bei bestimmten Patienten mit diagnostizierter obstruktiver Schlafapnoe kann eine individuell angepasste Unterkieferprotrusionsschiene eingesetzt werden. Die Indikation und schlafmedizinische Kontrolle erfolgen durch den behandelnden Arzt beziehungsweise Schlafmediziner.
Wie wird eine Schnarchschiene angefertigt?
Zunächst untersuchen wir Zähne, Zahnhalteapparat, Bisssituation und Kiefergelenke. Anschließend wird die Zahn- und Kiefersituation erfasst und die Schnarchschiene individuell angefertigt. Nach dem Einsetzen wird die Unterkieferposition schrittweise eingestellt und bei den Kontrollterminen überprüft.
Wie lange dauert die Eingewöhnung an eine Schnarchschiene?
Viele Patienten gewöhnen sich innerhalb weniger Tage bis Wochen an die Schiene. Zu Beginn können ein leichtes Druckgefühl, vermehrter Speichelfluss oder vorübergehende Spannungsgefühle auftreten. Bei Beschwerden kann die Einstellung der Schiene angepasst werden.
Kann eine Schnarchschiene Nebenwirkungen verursachen?
Vorübergehend können Druckgefühle an Zähnen oder Kiefergelenken, vermehrter Speichelfluss oder Veränderungen des Bissgefühls auftreten. Deshalb sind eine individuell angepasste Schiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen wichtig.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Schnarchschiene?
Bei einfachem Schnarchen ist die Schnarchschiene in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Bei diagnostizierter obstruktiver Schlafapnoe kann eine individuell angefertigte Unterkieferprotrusionsschiene unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
Wie wird eine Schnarchschiene gereinigt und kontrolliert?
Die Schiene sollte täglich nach dem Tragen mit Wasser und einer weichen Bürste gereinigt werden. Aggressive Reinigungsmittel oder heißes Wasser sollten vermieden werden. Regelmäßige Kontrollen in der Zahnarztpraxis sind sinnvoll, damit Sitz, Funktion und Zustand der Schiene überprüft werden können.
